Eine Dreiviertelstunde Kulturgenuss kam am Donnerstag, 27. August, live aus dem Wohnzimmer von Helmut und Loki Schmidt in Langenhorn. Die Kinderbuchautorin und Hamburger Ehrenbürgerin Kirsten Boie las aus ihrem Buch „Monis Welt“. Dazu spielen vier Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker der Hamburger Hochschule für Musik und Theater (HfMT) Stücke von Max Bruch und Teppo Hauta-Aho auf Klarinette, Klavier, Violoncello und Kontrabass. Die Konzertlesung wurde live gestreamt und sowohl auf ndr.de/hamburg als auch hier auf der Homepage der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung übertragen. NDR 90,3 Moderatorin Nicole Steins stellte die Künstlerinnen und Künstler vor und sprach am Schachbrett der Schmidts mit Stefan Herms, geschäftsführender Vorstand der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung und damit verantwortlich für die Organisation.

„Die Literatur, die Musik und gleichzeitig den Nachwuchs zu fördern – diese Kombination wäre ganz im Sinne von Helmut und Loki Schmidt gewesen“, sagt Stefan Herms. „Diesem Anliegen fühlt sich die Stiftung deshalb sehr verbunden. Wir freuen uns auf den ersten Live-Stream aus dem Hause Schmidt und wünschen allen Zuschauerinnen und Zuschauern beste Unterhaltung.“ Das Haus des Ehepaares Schmidt steht für Musik- und Kunstgenuss. An den Wänden hängen zahlreiche Gemälde und Grafiken. Im Wohnzimmer steht zentral – gleich neben dem Schachtischchen der Steinway-Flügel, auf dem Helmut Schmidt bis ins hohe Alter regelmäßig gespielt hat.

„Schmidt-Kultur – Texte und Musik aus dem Schmidt-Haus in Langenhorn“ – so heißt das Projekt, das zwar aus der Corona-Not geboren wurde, jetzt aber auch in Serie gehen soll. Bei der Premiere las Kirsten Boie auf dem berühmten Ledersofa der Schmidts zwei Passagen aus ihrem 2003 erschienen Buch „Monis Jahr“. Die Geschichte spielt im Jahr 1955 in Hamburg und erzählt von einem jungen Mädchen, das auf die höhere Schule wechselt und auf unterschiedlichen Ebenen in neue Welten aufbricht. Den musikalischen Rahmen gestalteten Roman Gerber (Klarinette), Benedikt Loos (Violoncello), Nicolas Kierdorf (Klavier) und Stefania Secci (Kontrabass), allesamt von der Franz-Wirth-Gedächtnis-Stiftung geförderte Studierende oder Absolventen der HfMT. Zu hören waren mehrere der „Acht Stücke op. 83“ für Klarinette, Violoncello und Klavier von Max Bruch sowie Teppo Hauta-Ahos „Kadenz“ für Kontrabass Solo. Nicolas Kierdorf spielte auf Helmut Schmidts Flügel, der nicht mehr ganz so oft zum Einsatz kommt wie zu Lebzeiten des Altkanzlers und deshalb direkt vor dem Konzert noch einmal gestimmt wurde.

Der Live-Stream aus dem Schmidt-Haus war eine Premiere. Nicht aber die Konzertlesung mit Schmidt-Bezug. Hier lebt eine lange Tradition weiter. Seit 1993 gibt es im Botanischen Garten die Tradition, dass Absolventen der Hochschule für Musik und Theater ihr Können vortragen – und zwar im Gewächshaus, inmitten einer üppigen Pflanzenwelt. Loki Schmidt hat die Konzertreihe „Musik und Lyrik“ einst gemeinsam mit Professor Hermann Rauhe, dem damaligen Präsidenten der HfMT, ins Leben gerufen und auch regelmäßig besucht. Anlässlich des 100. Geburtstags von Loki Schmidt im vergangenen Jahr gab es ein weiteres Konzert mit Lesung in dieser Reihe, bei dem Christian Seeler Texte von Loki Schmidt vorgetragen hatte. In Zukunft soll es beides geben: Konzerte mit Publikum, aber auch Online-Konzerte aus dem Schmidt-Haus in Langenhorn.

Die Helmut und Loki Schmidt-Stiftung kooperierte bei dem Projekt „Schmidt-Kultur“ eng mit der Franz-Wirth-Gedächtnis-Stiftung zur Förderung des musikalischen Nachwuchses, dem Norddeutschen Rundfunk sowie mit der Hochschule für Musik und Theater.

Wer nicht live und online dabei sein konnte, kann die Konzertlesung auch weiterhin noch abrufen: entweder in der NDR Mediathek oder hier auf der Homepage der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung.