• Dr. h.c. mult., Diplom-Volkswirt
  • 1974 – 1982 Bundeskanzler
  • 1983 – 2016 Mitherausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT
  • Helmut Schmidt wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg geboren. Er verstarb am 10. November 2015 in Hamburg.
  • Seit 27. Juni 1942 mit Hannelore (Loki) geb. Glaser verheiratet. Loki Schmidt verstarb am 21. Oktober 2010.
  • Sohn Helmut Walter, geb. 1944, verst. 1945
  • Tochter Susanne, geb. 1947

Nach dem Besuch der Volksschule in Hamburg wechselte Schmidt 1929 auf die Hamburger Lichtwarkschule und beendete diese 1937 mit der Reifeprüfung. Nach 6 Monaten Reichsarbeitsdienst wurde er im Oktober 1937 in die Wehrmacht eingezogen, die er als Oberleutnant der Reserve und Batteriechef im April 1945 verließ. Nach vier Monaten in britischer Kriegsgefangenschaft begann er 1945 ein Studium der Volkswirtschaft und Staatswissenschaft in Hamburg, das er 1949 beendete.

1946 trat Schmidt in die SPD ein, war 1947 bis 1948 Bundesvorsitzender des SDS. 1949 bis 1953 arbeitete er als Referent, später Abteilungsleiter in der Behörde für Wissenschaft und Verkehr in Hamburg. 1953 bis 1961 war er Mitglied des Deutschen Bundestags, ab 1957 Mitglied des Fraktionsvorstandes. 1961 bis 1965 war Schmidt Innensenator in Hamburg, von 1967 bis 1969 Vorsitzender der SPD-Fraktion, 1967 bis 1984 Mitglied des SPD-Präsidiums, 1968 bis 1984 auch stellvertretender Parteivorsitzender der SPD.

Im Oktober 1969 wurde Schmidt in der sozialliberalen Koalition Bundesminister der Verteidigung, 1972 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen, 1972 bis 1974 Bundesminister der Finanzen.

Am 16.05.1974 wurde Schmidt zum 5. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Die erste Wiederwahl fand am 15.12.1976, die zweite am 05.11.1980 statt. Am 01.10.1982 wurde Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum im Deutschen Bundestag vonseiten der CDU/CSU und der FDP nach Zerfall des sozialliberalen Regierungsbündnisses als Kanzler abgelöst.

Von 1983 bis zu seinem Tod war Schmidt Mitherausgeber der ZEIT und als Publizist tätig.

Von 1985 bis 1995 war er Vorsitzender des InterAction Council (IAC) früherer Regierungschefs, anschließend Ehrenvorsitzener des IAC. 1998 stellte er das Projekt des IAC „A Universal Declaration of Human Responsibilities“, „Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten“, vor.

1986 bereiteten Schmidt und Giscard d´Estaing die Gründung eines Ausschusses für die Europäische Währungsunion und zur Vorbereitung einer Europäischen Zentralbank vor.

1987 schied Schmidt aus dem Deutschen Bundestag aus und zog sich damit aus der aktiven Politik zurück. Als Publizist nahm er weiterhin mit kritischen Stellungnahmen am politischen Diskurs teil oder initiierte selbst Debatten.

1992 gründeten Loki und Helmut Schmidt die „Helmut und Loki Schmidt-Stiftung“ mit Sitz in Hamburg.

Schmidt kritisierte die Umsetzung der Deutschen Einheit und unterbreitete Vorschläge für deren Bewältigung. 1993 gründete er die „Deutsche Nationalstiftung“ mit Sitz in Weimar.

Von 1995 bis 1999 war Schmidt Präsident des Polen-Instituts in Darmstadt.

1998 kritisierte Schmidt Fusionen in der Wirtschaft als Raubtierkapitalismus. 2007 warnte er in der ZEIT vor der unkontrollierten Macht von Hedgefonds und Finanzinvestoren auf den Finanzmärkten.

2004 bezeichnete Schmidt die demographische Entwicklung als wichtigstes gesellschaftliches Problem und unterbreitete Vorschläge zur Lösung.

Schmidt setzte sich kritisch mit den zunehmenden Interventionen in aller Welt auseinander, auch mit den humanitär begründeten.

Die Entwicklung der EU, besonders deren Erweiterung auf 27 Mitgliedsstaaten, kritisierte Schmidt als Ursache zukünftiger Probleme der Union. In den letzten Jahren seines Lebens wuchs die Sorge vor einem Rückfall der Mitgliedsstaaten in nationalstaatliches Denken, aber auch die Sorge vor den Folgen des mangelhaften engen Zusammenwirkens von Frankreich und Deutschland.

HANNELORE (LOKI) SCHMIDT

Loki Schmidt Portrait Vita

HANNELORE (LOKI) SCHMIDT

Loki Schmidt Portrait Vita
  • Gewerbelehrer und Studienrat
  • 1975 – 1985 Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages
  • Karl Wilhelm (Willi) Berkhan wurde am 8. April 1915 in Hamburg geboren. Er verstarb am 9. März 1994 78-jährig in Hamburg.
  • Seit 1941 war er mit Willfriede, geb. Mill, kinderlos verheiratet.

Nach mittlere Reife und Maschinenschlosserlehre schloss Berkhan seine Berufsausbildung an der Technischen Lehranstalt Hamburg ab, arbeitete danach als Maschinenbauingenieur in der Industrie. Berkhan wurde Flugzeugführer, kam in Kampfgeschwadern zum Einsatz, zuletzt als Oberleutnant.

Von 1945 -1947 besuchte er das Berufspädagogische Institut, arbeitete anschließend als Gewerbelehrer, nach Abschluß eines pädagogischen Studiums 1953 -1957 an der Universität Hamburg als Studienrat.

Berkhan trat 1945 in die SPD ein, war Kreisvorsitzender, 1953 – 1957 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, 1957 – 1975 Mitglied des Deutschen Bundestages in Bonn. Er konzentrierte sich auf Sicherheitspolitik, auf Verteidigungs- und Wehrfragen. Berkhan wurde ab 1965 stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundestags, ausserdem Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der Westeuropäischen Union. Der Bundeswehr blieb Berkhan als Hauptmann der Reserve verbunden.

1969 wurde Berkan vom neuen Verteidigungsminister Helmut Schmidt zum Parlamentarischen Staatssekretär berufen. Diese Funktion behielt er auch unter Verteidigungsminister Georg Leber nach der Wahl 1972 bei. 1975 wurde Berkhan zum fünften Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages gewählt. Seine zweite Amtsperiode begann 1980. Anfang März 1985 endete diese nach zehnjähriger Amtszeit.

Berkhan war ein enger persönlicher Freund von Helmut Schmidt.

Literatur

Winfried Vogel: „Karl Wilhelm Berkhan. Ein Pionier deutscher Sicherheitspolitik nach 1945“. Mit einem Vorwort von Helmut Schmidt. 2003

Rudolf J. Schlaffer: „Der Wehrbeauftragte 1951 bis 1985. Aus Sorge um den Soldaten. 2006

Auszeichnungen

Ehrendoktor der Bundeswehrhochschule in Hamburg am 20.06.1985.